Die Polizei sucht László Pesty, den bekannten Dokumentarfilmregisseur und öffentlichen Akteur, als vermisst. Sein Aufenthaltsort ist seit mehreren Tagen unbekannt, die Behörden haben eine Fahndung eingeleitet und bitten die Bevölkerung, sich zu melden, falls jemand Hinweise zu seinem Verbleib hat.
Der Name László Pesty ist in der ungarischen Medienlandschaft seit Jahrzehnten bekannt. Als Dokumentarfilmer und Produzent war er an mehreren Projekten beteiligt, die große öffentliche Aufmerksamkeit erregten. In seinen Arbeiten beschäftigte er sich häufig mit Machtstrukturen, politischen Systemen, Missbrauchsfällen und gesellschaftlichen Spannungen. Er galt lange als eine prägende Figur der medienöffentlichen Auseinandersetzung nach der Wende.
In den vergangenen Jahren geriet er jedoch zunehmend an den Rand der Öffentlichkeit. Seine Stellungnahmen wurden schärfer und persönlicher, mehrfach deutete er an, dass er schwere Konflikte und Enttäuschungen erlebt habe. In einigen Äußerungen kritisierte er die Funktionsweise der politischen Elite, in anderen behauptete er, im Besitz von Informationen zu sein, die das öffentliche Leben grundlegend erschüttern könnten. Konkrete Enthüllungen folgten diesen Ankündigungen jedoch nicht.
Nach Angaben seiner Ex-Ehefrau war der Zustand von László Pesty bereits seit längerer Zeit besorgniserregend. Sein Gesundheitszustand hatte sich verschlechtert, seine Beweglichkeit war eingeschränkt, und auch alltägliche Angelegenheiten bereiteten ihm zunehmend Schwierigkeiten. Bekannte versuchten mehrfach, ihm zu helfen, doch diese Angebote habe er regelmäßig zurückgewiesen und sich immer weiter isoliert.
Die Polizei untersucht derzeit die Umstände seines Verschwindens. Nach offiziellen Angaben gibt es bislang keine Hinweise auf eine Straftat, aufgrund seines gesundheitlichen Zustands wird der Fall jedoch mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt. Die Behörden betonen, dass jede noch so kleine Information hilfreich sein kann.
Der Fall lenkt erneut die Aufmerksamkeit darauf, wie schnell jemand aus dem Rampenlicht in völlige Unsicherheit geraten kann. László Pestys Laufbahn war eine typische Geschichte der ungarischen Medienwelt nach der Wende – nun befindet er sich in einer Situation, in der nicht mehr er beobachtet und analysiert, sondern nach ihm gesucht wird.

