Die Abteilung für Innere Medizin und Gastroenterologie am Bajcsy-Zsilinszky-Krankenhaus verliert mehr als die Hälfte ihres Ärzteteams zum Monatsende.
Eines der wichtigsten Krankenhäuser in Budapest, das Bajcsy-Zsilinszky-Krankenhaus, steht vor einer personellen Zerreißprobe. Ab April werden in der größten internistischen Abteilung nur noch fünf von ursprünglich zwölf Ärzten im Dienst sein, nachdem sieben Mediziner zeitgleich gekündigt haben. Die betroffenen Ärzte wechseln nicht in Privatkliniken, sondern bleiben im staatlichen System – suchen jedoch nach Arbeitsplätzen mit geringerer Belastung.
Die Belastung in diesem Krankenhaus ist extrem hoch, da es für die medizinische Versorgung mehrerer großer Stadtteile (X. und XVII. Bezirk) verantwortlich ist. Die Krankenhausleitung erklärte, dass die Patientenversorgung trotz der Kündigungen „nach den gesetzlichen Vorgaben“ sichergestellt sei. Kritiker befürchten jedoch, dass die verbleibenden Ärzte die hohe Zahl an Notfällen und Bereitschaftsdiensten kaum bewältigen können.
Der Fall sorgt in Ungarn für hitzige Debatten über die Arbeitsbedingungen im staatlichen Gesundheitswesen und die zunehmende Abwanderung von Fachkräften innerhalb des Systems.

